Sonntag, 24. Mai 2015

Filmrezension: Der Babadook

Allgemeines: 

• Originaltitel: The Babadook
• Produktionsland: Australien
• Regie: Jennifer Kent
• FSK: 16
• Erscheinungsjahr: 2014
• Länge: 94 Minuten
• Genre: Horror, Drama, (Psycho)thriller

Inhalt (von Filmstarts.de):

Die alleinerziehende Mutter Amelia hat den sechs Jahre zurückliegenden Tod ihres Mannes noch immer nicht überwunden. Hinzu kommt, dass ihr Sohn Samuel ihr zunehmend Kummer bereitet. So quälen den Jungen Albträume von einem Monster, das ihn und seine Mutter umbringen will. Als er dann auch noch eine alte Schauergeschichte mit dem Titel "Mister Babadook" findet, verstärkt dies seine Angst nur noch, verkündet jenes Buch doch, dass man die titelgebende Kreatur nicht mehr loswerden kann, sobald man einmal einen Blick hineingeworfen hat. Von seiner Furcht übermannt, wird Samuel immer unberechenbarer und gewalttätiger. Dennoch glaubt die besorgte Amelia zunächst nicht an eine übernatürliche Heimsuchung. Doch nach und nach wird auch sie von verstörenden Erscheinungen geplagt. Hat ihr Sohn vielleicht doch die ganze Zeit Recht gehabt?


Meine Meinung:

Der Film war vorbei, ich starrte auf die Leinwand und dachte nur: WOW!
Ich konnte kaum in Worte fassen, was ich in den letzten 90 Minuten zu sehen bekam und was es in mir auslöste. Während des Films und auch noch danach.
Ich redete viel mit meiner Begleitung über den Film und so langsam begannen meine Gedanken klarer zu werden und ich konnte die Rezension anfangen.

Amelia und ihr sechsjähriger Sohn Samuel haben einige Schwierigkeiten im Leben zu meistern.
Sie ist noch nicht über den Unfalltod ihres Mannes hinweg, der sein Leben verlor, als er Amelia zu Samuels Geburt ins Krankenhaus fuhr. Samuel tut sich schwer mit sozialen Kontakten und spricht immer wieder über ein Monster, welches ihn vor allem nachts heimsucht.
Nachdem die beiden das Kinderbuch "Mister Babadook" lesen, in welchem es heißt, dass man den Babadook nicht mehr los wird, nachdem man es gelesen hat, werden Samuels Phantasien immer schlimmer und er selbst immer schwieriger.
Amelia geht immer mehr daran kaputt, verzweifelt immer mehr und lässt dies auch an ihrem Sohn selbst aus. Doch dann beginnt auch sie Geräusche zu hören und unheimliche Dinge zu sehen.
Wird sie langsam verrückt oder hat Samuel vielleicht gar nicht so unrecht und der Babadook ist wirklich in ihrem Haus?

Bei diesem Film darf man auf keinen Fall einen typischen Horrorfilm erwarten, in dem man immer wieder Szenen hat, die ein zusammen zucken oder sogar aufschreien lassen, weil unerwartet irgendwo jemand hervorspringt oder sonst wie mit den Horrorklischees gespielt wird.
Es ist definitiv ein Film zum Kopf benutzen. Immer wieder gibt es versteckte Bedeutungen und einiges zum nachdenken. Und genau das ist der Grund, weshalb der Film nicht jedem gefallen wird bzw das Publikum spalten wird.
Nachdem der Film nämlich aus war, konnte man im Kinosaal ein leises "Den Film habe ich überhaupt nicht verstanden" vernehmen.

Besonders aufgefallen bei diesem Film, nein bei diesem Meisterwerk von einem Horrorfilm, ist mir die gruselige und atmosphärisch wirklich geniale Soundkulisse. Es war einfach der Wahnsinn! Ich saß im Kino und bekam zwischendurch Gänsehaut!
Es gibt einige Szenen, die einen vielleicht nicht so schnell los lassen, aber nicht weil sie so blutig oder gewalttätig waren, sondern weil sie einen mental und gefühlsmäßig fertig machen könnten.
Die Kameraarbeit war ebenfalls sehr gelungen und konnte die einzelnen Szenen perfekt einfangen und brachte diese genau auf dem richtigen Weg in den Kinosaal.

Im Vordergrund stehen definitiv Mutter und Sohn, deren Beziehung und wie sie sich, durch die äußeren Einflüsse und natürlich den Babadook, verändert. So gibt es kaum Nebenrollen und die die es gibt, sieht man nicht wirklich oft. Und grade deshalb finde ich es noch beeindruckender, wie genial und absolut authentisch Essie Davis (Mutter Amelia) und Noah Wiseman (Sohn Samuel) hier schauspielern.
Ich habe ihnen die Angst, die Verzweiflung und jedes weitere Gefühl abgenommen und wurde selbst mit reingezogen in dieses Gefühlschaos.
Ein kleiner Kritikpunkt ist Amelias Schwester Claire, die immer mal wieder kurz auftaucht, aber im Grunde keine richtige Relevanz aufweist.

Fazit und Bewertung:

Alles in allem ist "Der Babadook" ein Horrorfilm, der ohne die klassischen Horrorelemente und Erschreckszenen auskommt und genau das macht ihn, für mich persönlich, zu so einem mega gelungenen Horrorfilm, in dem man auch seinen Kopf benutzen muss.
Die unglaublich gelungene Atmosphäre, die durch Geräusche und die beeindruckenden Hauptdarstellern, perfekt herüberkommt geben dem Film, den genialen Gruselfaktor.
Allerdings wird der Film grade deshalb nicht jedem gefallen und spaltet das Publikum.

5 von 5 Sterne! (Müssten eig. sogar 6 Sterne sein)

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