Freitag, 23. Oktober 2015

Buchrezension: Das Licht der letzten Tage

• Autor: Emily St. John Mandel
• Fassung: Taschenbuch
• Seiten: 403
• Genre: Dystopie/ Endzeitroman
• Verlag: Piper

Klappentext:

Niemand konnte ahnen, wie zerbrechlich unsere Welt ist. Ein Wimpernschlag, und sie ging unter. Doch selbst jetzt, während das Licht der letzten Tage langsam schwindet, geben die Überlebenden nicht auf. Sie haben nicht vergessen, wie wunderschön die Welt war, und sie weigern sich zu akzeptieren, dass alles für immer verloren sein soll. Denn selbst das schwächste Licht erhellt die Dunkelheit. Immer.

Erster Satz: 


Der König stand schwankend in einer Lache aus blauem Licht.

Zitat:

Es war der letzte Monat eines Zeitalters, in dem man eine Zahlenfolge auf einem Telefon eintippen und mit jemand auf der anderen Seite der Erdkugel sprechen konnte. (S. 42)

Meine Meinung:

Das Buch weckte meine Aufmerksamkeit durch sein wunderschönes (und im nach hinein sehr passendes) Cover und dem Titel. Als ich dann noch die Inhaltsangabe las, war mir sofort klar, dass ich es lesen will. So zog es bei mir, durch eine Lesechallenge auf Lovelybooks.de, bei mir ein. Ich begann sofort an zu lesen, doch brauchte einen Monat, um mich durch das Buch zu quälen.

Ganz plötzlich und ohne Vorwarnung steht die Welt am Abgrund und die Menschheit ist fast komplett ausgelöscht. Die Georgische Grippe zog über die Kontinente und hinterließ Milliarden an Toten. Die restlichen Menschen kämpfen seither um ihr Überleben, in einer Welt wie sie vor hundert Jahren mal war. Ohne Strom, Benzin und fahrenden Autos, ohne Mobiltelefone oder Internet, ohne zu wissen ob es all ihren Lieben gut geht oder auch sie gestorben sind.

Emily St. John Mandel hat einen wirklich tollen Schreibstil, der mich voll und ganz überzeugen konnte. Sie hat immer mal wieder in Szenen kleine Sätze eingebaut, die Auskunft über die Zukunft geben (siehe Zitat). So kann man immer mal wieder lesen, wann, wie oder wo jemand stirbt, von dem man grade noch einen Dialog gelesen hat oder ähnliches. Das gefiel mir wahnsinnig gut.
Die Zeitsprünge allerdings kamen oft viel zu plötzlich, ohne "Vorwarnung" und waren dann auch viel zu groß. Oft ging es von "zwanzig Jahre vor der Grippe" von einer Seite auf die nächste zu "zwanzig Jahre nach der Grippe" und dies dann mit komplett anderen Charakteren! Das war manchmal viel zu verwirrend und ich brauchte einige Seiten, bis ich wusste wo ich mich grade befinde.

Leider gab es in diesem Buch, für mich persönlich, kaum bis gar keine Spannung. Es gab sehr viele Szenen, die nirgendwo hinführten oder völlig unbedeutend für die Story waren. Sie verschlangen einfach nur unglaublich viele Seiten, meine Zeit und Geduld. Manchmal gab es ganze Kapitel, die man auch einfach hätte streichen können.
Einige Themen, die manchmal sogar schon sehr weit am Anfang genannt wurden, wurden immer mal wieder im Verlauf der Geschichte aufgegriffen. Meistens gefiel mir das sehr gut, weil so einige Szenen aus der Vergangenheit mit Szenen aus der Zeit nach der Grippe verknüpft wurden, doch nach einiger Zeit ging es mir auch auf die Nerven, weil es dann einfach mit viel zu vielen Dingen oder auch Personen geschah und dies war einfach "to much".

Die Charaktere konnten mich leider nicht ganz von sich überzeugen. Zum einen gab es schlicht und einfach zu viele Charaktere, von denen die meisten einfach in die Geschichte "rein geworfen" wurden, ohne richtiger Vorstellung und zum anderen gab es viele Charaktere die dann nicht mehr wichtig waren für die Story. Das war alles sehr verwirrend. Hinzu kommt, dass einige Charaktere dadurch natürlich viel zu flach waren, andere hingegen wurden so ausführlich beschrieben und mit vielen Rückblenden vorgestellt, dass sie die Geschichte irgendwann immer wieder unterbrochen haben und sehr viele Seiten "geschluckt" haben.

Das Ende selbst fand ich wirklich gelungen, da es in keinster Weise gewollt wirkte, im Sinne von "ach,wir brauchen noch ein Ende, da schreibe ich schnell was hin". Das Ende wurde sehr passend gewählt und brachte das Buch zu einem guten Abschluss.

Fazit und Bewertung:

Bei "Das Licht der letzten Tage" von Emily St. John Mandel hatte ich mich auf eine etwas andere Dystopie gefreut, doch das Buch konnte mich leider nicht überzeugen. Es war sehr langweilig, ohne Spannung und mit vielen verwirrenden Elementen.
Oft wurde sich mit unwichtigen Dingen zu lange beschäftigt. Die Charaktere waren oft zu flach oder nahmen zu viel Platz in der Geschichte ein, ohne das es auf etwas hinauslief.
Der Schreibstil allerdings gefiel mir sehr gut und auch das Cover ist wunderschön!


2 von 5 Bücher!

Kommentare:

  1. Hallo Michelle,

    da lese ich so richtig deine Enttäuschung raus. Schade, schade! Mich hat es ja auch nicht überzeugt, es hat eben nicht viel von einer guten Dystopie sondern ist eher ein Roman geworden.

    Liebe Grüße,
    Nicole

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Huhu Nicole,

      ja, das Buch hat mir leider nicht wirklich gefallen. Ich hatte mich auch auf eine Dystopie gefreut, die vielleicht mal eine gelungene Abwechslung zu den "typischen Dystopien" ist.. Doch leider war das überhaupt nichts in dem Genre!

      Liebe Grüße zurück!

      Löschen
  2. Hallo Michelle! :)

    Ich sehe das Buch genau so wie du! Auch wenn ich es etwas besser bewertet habe, stimme ich hier vollkommen mit dir überein. Schade schade, das Buch hatte wirklich potenzial. Was soll's.

    Liebe Grüße,
    Marius

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hey Marius,

      ich kann dir nur zustimmen! Das Buch hatte wirklich Potenzial, aber das wurde einfach in keinster Weise umgesetzt! Das fand ich auch sehr schade.. aber nun gut, nicht jedes Buch kann einen umhauen. Ich muss nur ehrlich gestehen, dass ich sehr froh bin, es endlich beendet zu haben und mich anderen Büchern - die hoffentlich besser sind - lesen kann. ;)

      Liebe Grüße!!

      Löschen