Samstag, 10. Oktober 2015

Buchrezension: Ich will doch bloß sterben, Papa

• Autor: Michael Schofield
• Fassung: Taschenbuch
• Seiten: 329
• Genre: Roman
• Verlag: Goldmann

Klappentext: 

Eine Reise aus der Finsternis ins Licht
Jani ist erst vier Jahre alt, da befürchten Michael und Susan Schofield bei ihrer Tochter schizophrene Halluzinationen. Die Ärzte wiegeln ab, bei einem so kleinen Kind sei das unvorstellbar. Doch tatsächlich, zwei Jahre später lautet die Diagnose: Schizophrenie.
Jani lebt in einer Welt aus Halluzinationen und gewalttätigen Vorstellungen mit Hunderten imaginärer innerer "Freunde". Und mittendrin in diesem Chaos aus nicht enden wollenden Wahnvorstellungen und Wutanfällen: Janis Eltern, die verzweifelt versuchen, das Leben ihrer beiden Kinder zu schützen, während die Familie unter der Belastung auseinanderzubrechen droht.


Erster Satz:

Schizophrenie ist ein wenig wie Krebs.

Zitate:

Und genau das ist es, was mich von jedem anderen in Jannis Leben unterscheidet. Lieber fahre ich zur Hölle, als dass sie mich mit den "Dreizehnern" auf eine Stufe stellt. "Dreizehner", das sind nach Janni Kinder und Erwachsene, die nicht über ihre Fantasie verfügen. Sich selbst sieht sie als "Zwanziger", mich ebenso; Susan ist eine "Siebzehn", und die meisten ihrer Spielgefährten sind "Fünfzehner". "Dreizehner" sind die, die über keinen Funken Fantasie verfügen. (S.21)

Ich werde Janni in nichts einschränken. Ich werde ihr nichts verbieten, da ich fürchte, wenn sie erst einmal anfängt, sich Schranken aufzuerlegen, um nicht mehr aufzufallen, könnte ihr volles Potenzial verloren sein. (S.21)

Meine Meinung: 

Seit dem ich das erste Mal von diesem Buch gehört habe, war mir klar, dass ich dieses Buch unbedingt lesen möchte! Die Geschichte, die Michael Schofield hier mit uns teilt, ist einfach unglaublich und so bewegend. Er lässt uns teilhaben an seinem Leben, dem Leben seiner vierköpfigen Familie. Er zeigt uns sehr private und intime Momente und dies mit Worten, die einen so tief berühren und so sehr bewegen. Wie oft ich Tränen in den Augen hatte, egal ob nun aus Trauer, Wut oder auch Freude.

Michael und Susan Schofield haben eine schreckliche Befürchtung. Sie sind der Meinung, dass ihre kleine vier jährige Tochter Jani Schizophren ist. Jani hat immer wieder Wutausbrüche, viele unsichtbare Freunde und lebt scheinbar in ihrer ganz eigenen Welt.
Sie gehen zu verschiedenen Ärtzen, zu Kinderpsychologen und zu sonstigen Spezialisten. Werden immer wieder an jemand anderen überwiesen und wissen keinen Ausweg mehr. Bis irgendwann, zwei Jahre später, ihre schlimmste Befürchtung offiziell bestätigt wird. Ihre kleine süße Tochter ist schizophren. Doch wie kann eine Familie diese zwei Jahre Berg- und Talfahrt überwinden und wie geht es nach der Diagnose weiter?

Wie schon angedeutet hat Michael Schofield einen so tollen Schreibstil, der sich absolut leicht und vor allem verständlich lesen lässt. Egal worum es ging, ich konnte alles auf Anhieb verstehen, auch wenn er erzählte, was ihm bestimmte Ärzte damals gesagt hatten.

Die verschiedenen Personen, die in diesem Buch auftauchen (ich kann sie einfach nicht "Charaktere" nennen, als wären sie fiktiv. Das fühlt sich falsch an.) konnte ich alle in irgendeiner Hinsicht verstehen und mit ihnen fühlen. Im großen und ganzen konnte ich wirklich jede Handlung der Personen nachvollziehen, egal ob ich persönlich nun anders gehandelt hätte oder nicht. Ich habe so mit ihnen mitgefiebert und gelitten. Ich war zusammen mit Michael und Susan sauer auf die Ärzte, war verzweifelt wie sie oder fühlte mich hilflos wie Jani manchmal. Ich habe mich aber genauso mit allen mit gefreut, wenn sie schöne Dinge erlebten oder Erfolge zu verzeichnen hatten.

Ich finde dieses Buch so unglaublich aussagekräftig und denke immer noch daran zurück, weil es mich so oft zum nachdenken brachte, obwohl ich es an einem Abend in nur zwei Stunden ausgelesen hatte, und es mich noch immer zum nachdenken bringt.

Fazit und Bewertung:

"Ich will doch bloß sterben, Papa" von Michael Schofield ist ein unglaublich bewegendes und ergreifendes Buch, über einen Vater der um seine Familie und schizophrene Tochter kämpft.
Ich habe auf jeder Seite mit der Familie mitgefiebert und mitgelitten. Ich konnte das Buch, nachdem ich angefangen hatte zu lesen, nicht mehr aus der Hand legen, wollte unbedingt wissen wie es der Familie in diesen schweren Jahren erging und was am Ende passieren würde.
In nur zwei Stunden hatte ich es ausgelesen und kann nun einfach nur eine Empfehlung an alle aussprechen, die sich für solche Bücher interessieren.

1 Bücherstern! 


1 Kommentar:

  1. Das Buch interessiert mich schon allein vom Titel her. Und du hast es mir besonders schmackhaft gemacht mit deiner wunderschönen Rezension mein Spatz. 💕💓💞💘

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