Freitag, 11. März 2016

Buchrezension: Raum

• Autor: Emma Donoghue
• Fassung: Hardcover
• ISBN: 978-3-492-05466-9
• Seiten: 410
• Genre: Realitätsroman
• Verlag: Piper

Klappentext:

Für Jack ist Raum die ganze Welt. Dort essen, spielen und schlafen er und seine Ma. Und dort versteckt sie ihn im Schrank, wenn Old Nick kommt.

Erster Satz:

Heute bin ich fünf.

Zitat:

"Weißt du, wem du gehörst, Jack?"
"Ja."
"Dir ganz allein."
Da vertut er sich, ich gehöre Ma. (S. 270)

Meine Meinung:

Das Buch und das schlichte, schöne Cover haben mich gleich, nachdem ich den Klappentext gelesen hatte, angesprochen und wanderte auf meine WuLi. Da am 17.03. der Film in die deutschen Kinos kommt - und ich davor das Buch lesen wollte - habe ich es mir vor kurzem geholt und bereits gelesen. Nun bin ich wahnsinnig gespannt auf die Umsetzung, dieses tollen Werks.

Jack und seine Ma leben in Raum. Raum ist 16qm groß, beinhaltet die nötigsten Gegenstände und Möbel zum leben und einige selbstgebastelte Spielsachen. Jeden Tag spielen sie zusammen, haben ihre ganz besonderen Rituale und abends muss Jack in den Schrank, denn dann kommt Old Nick.

Der Schreibstil von Emma Donoghue war am Anfang sehr gewöhnungsbedürftig für mich und der Einstieg in die Geschichte viel mir sehr schwer. Je weiter ich in der Geschichte voran kam, desto mehr machte der Schreibstil Sinn und desto besser gefiel er mir auch!
Dass die Geschichte aus der Sicht von Jack, dem fünfjährigen Hauptcharakter, erzählt wird, ist wirklich klasse! So bekommt man auf die Geschichte eine völlig andere Sichtweise. Zum einen hat man die naive und kindliche Sichtweise von Jack, aber durch Unterhaltungen mit seiner Ma und auch einigen Reaktionen von ihr, wird einem auch die Sichtweise der Mutter verdeutlicht und nachvollziehbar erzählt.

Auch wenn es nicht viele Charaktere gibt, ergeben sie alle ein stimmiges Gesamtbild, in welchem kein Charakter fehl am Platz oder überflüssig wirkt. Trotz allem fehlte mir hier und da ein wenig die Tiefe bei einigen Charakteren,so z.B. Jack's Ma. Sie erzählt Jack zwar einige Dinge, auch aus ihrer Vergangenheit, aber zwischenzeitlich - wenn auch nicht immer - hat mir ein wenig die Verbindung zu dem Charakter gefehlt.
Jack kam mir am Anfang wirklich komisch vor, aber nach und nach machte seine Persönlichkeit, sein Verhalten und seine Sprache Sinn. Je weiter ich in die Geschehnisse eintauchte und je mehr ich mich mit Jack und seiner Situation auseinander setzte, desto besser verstand ich ihn, trotzdem ging er mir in ein paar Szenen auf die Nerven, aber es blieb dabei absolut stimmig.

Wie oben schon erwähnt, gefiel mir der Schreibstil sehr bei diesem Roman. Und genau wegen diesem Schreibstils und den sehr bildlichen Beschreibungen, die manchmal ein klein wenig zu langatmig waren, fühlte sich die ganze Geschichte sehr realistisch an und dadurch auch durchaus ein wenig beklemmend während einigen Szenen. Die Idee selbst hinter diesem Roman finde ich wirklich klasse und sehr gelungen umgesetzt. Nach einer gewissen Zeit wollte ich einfach nur wissen wie es weiter geht und so hatte ich das Buch nach wenigen Stunden ausgelesen.


Fazit und Bewertung:

"Raum" von Emma Donoghue ist ein gelungener Roman mit ein paar kleinen Schwächen, die nur sehr gering zur Geltung kamen. Der Schreibstil erschwerte mir den Einstieg in die Geschichte, doch je weiter ich las, desto mehr nahm mich genau dieser Schreibstil gefangen. Die Charaktere waren alles in allem interessant, auch wenn mir bei einigen wenigen die Tiefe ein wenig fehlte. Es konnte mich nicht ganz so berühren, wie es ähnliche Bücher konnten, aber trotz allem konnte ich es nicht aus der Hand legen.

8,5 von 10 Bücher

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