Sonntag, 31. Juli 2016

Buchrezension: Die Reise der Amy Snow

• Autor: Tracey Rees
• Fassung: Taschenbuch
• ISBN: 978-3-471-35136-9
• Seiten: 469
• Genre: Historischer Roman
• Verlag: List

Klappentext:

Als ihre beste Freundin Aurelia stirbt, bricht für Amy Snow eine Welt zusammen. Wie soll es nun weitergehen für sie als mittellose Frau im Jahr 1848? Doch Aurelia hat vorgesorgt: Am Tag der Beerdigung erhält Amy Snow einen Brief  von ihrer Freundin. Aurelia schickt sie quer durch England und zu all den Menschen, die ihr etwas bedeutet haben. Unterwegs erfährt Amy, welches schwere Geheimnis Aurelia all die Jahre verschweigen musste, obwohl ihre Freundschaft darunter litt. Aber nun vertraut sich ihre Freundin ihr ein letztes Mal an. Es ist eine Reise zu Amy selbst und dem, was sie vom Leben will.

Erster Satz:


Aurelia Vennaway hielt den Atem an, als sie auf Zehenspitzen den muffigen Salon verließ und heimlich über den Flur schlich.

Zitat:

Sie sah aus, als ginge sie im Geiste alles durch, was sie sagen wollte, um dann das herauszupicken, was zu sagen ihr möglich war.
Aber als sie dann mit sanfter, überlegter Stimme sprach, waren es doch nur Worte, die ich schon viele Male zuvor gehört hatte.
"Wir sind überall von Mauern umgeben, die uns einschließen. In jedem Augenblick diktiert ein Umstand den nächsten. [...]" (S.98)

Meine Meinung:

Auf dieses Buch bin ich bei einer Buchveranstaltung aufmerksam geworden, bei der Buchhändler ihre Lieblingsbücher vorgestellten. Die Geschichte sprach mich sofort an. Ich lese zwischendurch sehr gerne historische Romane und die gesamte Idee gefiel mir sehr. So nahm ich es an dem Abend gleich mit und am nächsten Tag unterbrach ich mein eigentliches Buch um mit diesem zu beginnen.

Die Weise Amy Snow wird von Aurelia Vennaway, einem acht jährigen Mädchen aus reichem Haus, als Baby im Schnee gefunden und von da an kümmert sich Aurelia um sie und stellt sich somit auch gegen den Willen ihrer Eltern, denen Amy von Anfang an ein Dorn im Auge ist. Über die Jahre hinweg entwickelt sich eine tiefe Freundschaft zwischen den beiden, bis Aurelia viel zu früh stirbt. Amy, voller Trauer und Verängstigt, ist von nun an auf sich selbst gestellt und wird gedrängt das Anwesen von Aurelia's Eltern zu verlassen. Doch Aurelia hat natürlich vorgesorgt, für ihre Freundin: Sie schickt Amy auf eine weite Reise, ohne ihr das Ziel zu verraten, auf der sie viele Menschen kennenlernt und Aurelia's größtes Geheimnis lüften wird.

Kommen wir zu erst einmal zu dem Schreibstil von Tracey Rees: Durch ihren Schreibstil erweckt sie die perfekte Illusion, dass man sich tatsächlich im viktorianischen England befinden würde, doch nichtsdestotrotz lässt sich das Buch leicht und flüssig lesen. Doch auch die bildlichen Beschreibungen helfen sehr, diesen tollen Flair der 1840 Jahre entstehen zu lassen.
Leider kamen nicht alle Gefühle, vor allem in einigen traurigen Moment, nicht ganz so bei mir an, wie ich es mir gewünscht hätte, was bei anderen wiederum kein Problem war und ich konnte die meisten Gefühle zumindest nachvollziehen. Auch waren einige Aspekte der Geschichte viel zu vorhersehbar.
Doch trotz allem ist es eine sehr interessante Idee, die toll ausgearbeitet und umgesetzt wurde und richtig Spaß machte, sie zu lesen.

Amy Snow ist eine tolle Hauptfigur, die mir sehr gut gefiel. Ich konnte die meisten ihre Gefühle nachempfinden und verstand ihre häufigen Gefühlswechsel. Was mir besonders gut an ihr gefiel, war ihre sehr realistische Wandlung, die sie während ihrer Reise durchlebte. Nie gingen die Wandlungen zu schnell voran oder waren unerklärlich.
Auch die Nebenfiguren waren gut ausgearbeitet. Aurelia lernte man am Anfang durch ihr zusammenleben mit Amy kennen und später, während Amys Reise, wurde man durch die vielen Briefe von Aurelia noch näher an sie herangeführt.
Die vielen Menschen, die Amy während ihrer Reise kennenlernt, sind alle sehr unterschiedlich und facettenreich. Einige habe ich sehr ins Herz geschlossen und einige habe ich aus ganzem Herzen verachtet.

Fazit und Bewertung:

"Die Reise der Amy Snow" von Tracey Rees ist ein wundervolles Buch geworden. Es hat eine tolle Story mit einer sehr interessanten Hauptfigur, die auf viele facettenreiche Nebenfiguren trifft. Auch wenn einige Aspekte sehr vorhersehbar waren und mich nicht alle Gefühle zu einhundert Prozent erreichen konnten, konnte mich das Buch von sich überzeugen und ich hatte viel Freude beim lesen.


9 von 10 Bücher!

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