Mittwoch, 6. Juli 2016

Buchrezension: Während du stirbst

• Autor: Tammy Cohen
• Fassung: Taschenbuch
• ISBN: 978-3-7341-0219-6
• Seiten: 410
• Genre: Krimi/ Thriller
• Verlag: Blanvalet

Klappentext:

Drei Dinge gibt es über Jessica Gold zu wissen: Sie ist neunundzwanzig Jahre alt, sie hat eine Knopfphobie, und sie wurde entführt. Von einem Fremden, der sie zwölf Tage lang in seiner Wohnung gefangen hält, sie mit perfiden Grausamkeiten quält, sie angekettet in einer Hundehütte am Fuß seines Bettes schlafen lässt. Und jeden Tag überreicht er seinem Opfer ein Geschenk - eines grausamer als das nächste -, bis Jessica am zwölften Tag sicher weiß: Der Mann wird sie töten. Doch Jessica hat ein Geheimnis, von dem niemand etwas ahnt.


Erster Satz:

Es kann sein, dass ich schon tot bin, wenn Sie das hier zu Ende gelesen haben.

Zitat:

"Werden Sie mich jemals wieder nach Hause gehen lassen?" Sobald es raus war, wünschte ich, ich hätte nichts gesagt.
"Aber Liebes", antwortete er, und seine Stimme war so zart wie die Haut über den Pulsadern, "das hier ist jetzt dein Zuhause." (S. 122)

Meine Meinung:

Das Buch habe ich als Gastrezensionsexemplar von der lieben Lu von Lu's Buchgeflüster bekommen - nochmals vielen lieben Dank! Der Klappentext sprach mich sofort an und machte mich neugierig. Ich erwartete einen spannungsreichen und durchaus schockierenden Entführungsthriller. Das Buch gefiel mir ganz gut, aber meine Erwartungen konnte es leider nicht erfüllen.

Jessica Gold wurde während ihren Weihnachtseinkäufen von einem gut aussehenden Fremden entführt und seit 12 Tagen in seiner Wohnung festgehalten. Schlafen muss sie angekettet in einer Hundehüte, die er am Fuße seines Bettes aufgestellt hat und wird täglich von ihm terrorisiert, körperlich und seelisch. Jeden Tag bekommt sie ein Geschenk von ihm - eines schlimmer als das andere. Schon bald wird ihr klar, dass sie dies nicht überleben wird.

Der Schreibstil von Tammy Cohen ist sehr einfach gehalten. Dies ermöglichte mir schnelles lesen, aber dadurch gab es für mich auch keinerlei Wiedererkennungswert.
Die Geschichte wird aus zwei verschiedenen Erzählweisen erzählt. Zum einen gibt es die Sicht von Jessica, in der Ich-Form, die mir sehr gut gefiel und die ich als sehr passend empfand, zum anderen aber auch die Sicht von der Kommissarin Kim, die den Fall von Jessicas Entführung untersuchte. Die Erzählweise über Kims Untersuchungen ging mir die meiste Zeit tierisch auf den Keks, da sie mich immer wieder aus der eigentlichen Story raus brachte und mich sehr störte. Es ging zu fünfzig Prozent auch gar nicht um die Suche nach Jessica, sondern um die familiäre Situation von Kim. Das hat mich in keinster Weise interessiert und führte zu überhaupt nichts in der Geschichte.

Jessica war mir von Beginn an sympathisch. Sie ist ein wenig "anders" und genau das gefiel mir so an ihr, doch immer wieder kippte diese Sympathie und ich empfand sie als nervig. Ich kann auch gar nicht richtig in Worte fassen warum. Ich fing an eine Beziehung zu ihr aufzubauen und im nächsten Kapitel rollte ich wieder mit den Augen über ihre Naivität.
Dominic ist ein wirklicher Psychopath! Er schaffte es immer wieder, dass ich, nur von seinen Erzählungen, eine Gänsehaut bekam. Und genau das ist ein großer Pluspunkt an diesem Buch: diese reale Bedrohung, die von der Situation ausgeht.
Wie ich schon erwähnte, gefiel mir die Kommissarin Kim überhaupt nicht. Ihre Erzählungen machten sie mir unsympathisch und immer, wenn ich wieder ihre Erzählweise zu lesen bekam dachte ich nur "Oh man, nicht schon wieder.. Hoffentlich sind die Seiten schnell vorüber!".

Die Story selbst gefiel mir sehr und war wirklich gut durchdacht. Auch der Twist kam an der genau richtigen Stelle und überraschte mich ein klein wenig. Während des Lesens hatte ich zwar eine Idee, die in die selbe Richtung ging, doch damit rechnete ich dann nicht.
Das Buch bietet einen kleinen Spannungsbogen, bei dem die Autorin zwischenzeitlich aber durchaus wusste, wie sie ihn richtig einsetzen musste.
Das Ende hingegen gefiel mir überhaupt nicht und konnte mich somit auch nicht zufrieden stellen, da hätte man sich etwas besseres einfallen lassen können.

Fazit und Bewertung:

Meine Gedanken zu "Während du stirbst" von Tammy Cohen sind eher gemischt. Auf der einen Seite gab es einige Dinge, die mir nicht gefielen oder die mich sogar richtig störten, doch trotz allem fühlte ich mich gut unterhalten und hatte einige tolle Lesestunden. Es ist ein guter Thriller für zwischendurch, der eine gut durchdachte Story mit mehr oder weniger interessanten Charakteren zu bieten hat.

6 von 10 Bücher!

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