Freitag, 28. Oktober 2016

Buchrezension: Girl on the Train

• Autor: Paula Hawkins
• Fassung: Taschenbuch
• ISBN: 978-3-7645-0522-6
• Seiten: 446
• Genre: Psychothriller
• Verlag: Blanvalet


Klappentext:

Auf alle anderen in diesem Abteil wirke ich völlig normal; ich tue was sie tun: zur Arbeit pendeln, Termine machen, Dinge erledigen.
Wie man sich irren kann.

Jeden Morgen pendelt Rachel mit dem Zug in die Stadt, und jeden Morgen hält der Zug an der gleichen Stelle auf der Strecke an. Rachel blickt in die Gärten der umliegenden Häuser, sieht ihre Bewohner. Und eines Tages beobachtet sie etwas Schockierendes...

Erster Satz:


Da liegt ein Kleiderhaufen an den Gleisen.

Zitat:

Irgendetwas liegt auf meinem Gesicht, ich kriege keine Luft mehr, ich ersticke. Endlich tauche ich - atemlos und mit Schmerzen in der Lunge - wieder ins Wachsein auf. Ich setze mich auf, die Augen weit aufgerissen, und sehe, wie sich in der Zimmerecke etwas bewegt, wie sich die Schwärze dort verdichtet und allmählich anwächst, und ich will schon aufschreien - doch dann bin ich endgültig wach und stelle fest, dass da nichts ist, aber dass ich wirklich aufrecht im Bett sitze und meine Wangen tränennass sind. (S. 224)

Meine Meinung:

Das Buch stand schon länger auf meiner WuLi und auf einem Flohmarkt konnte ich dann nicht mehr daran vorbei gehen und habe es mitgenommen. Da jetzt die Romanverfilmung in den deutschen Kinos läuft, war das die perfekte Gelegenheit das Buch zu lesen.

Rachel steht vor den Scherben ihres Lebens. Ihr Mann hat sie verlassen, lebt mit seiner neuen Frau Anna in ihrem alten Haus und zusammen haben sie eine kleine Tochter. Sie ist noch immer nicht über die Trennung hinweg, ist Alkoholkrank und weiß nicht weiter.
Jeden Morgen fährt sie mit dem gleichen Zug nach London und jeden Morgen hält dieser an der gleichen Stelle und sie kann auf die Häuser und deren Bewohner blicken - auch auf ihren Exmann Tom und seine Familie.
Doch eine andere Familie hat ihre Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Rachel fängt an eine Geschichte um die beiden zu spinnen und gibt dem jungen Paar die Namen Jess und Jason.
Dann sieht sie etwas, was in ihre Geschichte nicht zu passen scheint und am nächsten Morgen sieht sie ein Foto von "Jess". Sie ist verschwunden...

Der Schreibstil von Paula Hawkins gefiel mir wirklich gut! Sie hat eine tolle Art mit ihren Worten Bilder zu beschreiben, verschiedene Atmosphären und Gefühle herüber zu bringen.
Der Spannungsbogen war wirklich gut gesetzt und es gab einen sehr angenehmen Wechsel zwischen ruhigen Momenten und spannungsgeladenen Momenten.
Es hat viel Spaß gemacht mit zuraten, während die Geschichte erzählt wird. Auch wenn ich hier und da ein paar Vermutungen hatte, konnte mich der Twist am Ende komplett überraschen.

Die Geschichte wird aus drei verschiedene Sichten und zu verschiedenen Tagen erzählt. Man hat zu allererst und auch die meiste Zeit Rachels Sicht. Man erfährt viel über ihre Vergangenheit und so konnte ich eine tolle Bindung zu ihr Aufbauen.
Auch bei Megan, wie Jess eigentlich heißt, ist es sehr interessant gestaltet, da man immer wieder durch ihre Erzählungen etwas aus ihrer Vergangenheit erfährt und so konnte ich auch ihre Handlungen und Gefühle verstehen.
Einzig Anna war mir die ganze Zeit über unsympathisch, auch wenn ich ihre Sichtweise auf bestimmte Dinge erfahren habe. Ich mochte sie einfach nicht.
Scott und Tom waren ebenfalls sehr interessante Charaktere, die ich die meiste Zeit kaum durchschauen konnte, was die Spannung nur noch verstärkt hat.


Fazit und Bewertung:

"Girl on the Train" von Paula Hawkins ist ein spannungsreicher und überraschender Psychothriller, der aufzeigt, wie unterschiedlich der Schein und die Wirklichkeit sein können.
Die ganze Zeit habe ich mit geraten, was passiert sein könnte und dennoch wurde ich am Ende komplett überrascht.
Nun freue ich mich auf den Film und vor allem auf Emily Blunt als Rachel!

9 von 10 Bücher!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen