Dienstag, 18. Oktober 2016

Rezension: Die Chemie des Todes

• Autor: Simon Beckett
• Fassung: Taschenbuch
• ISBN: 978-3-499-24197-0
• Seiten: 430
• Genre: Krimi/Thriller
• Verlag: Rowohlt
• Reihe: 1. Band der "David Hunter" Reihe

Klappentext:

Sterben kann ewig dauern...
...aber der menschliche Körper beginnt kaum fünf Minuten nach dem Tod zu verwesen - und wird dann zu einem gigantischen Festschmaus für andere Organismen. Zuerst für Bakterien, dann für Insekten. Fliegen. Die Larven verlassen die Leiche in Reih und Glied, in einer Schlangenlinie, die sich immer nach Süden bewegt. Ein Anblick, der jeden dazu veranlassen würde, das Phänomen zu seinem Ursprung zurückzuverfolgen. Und so entdecken die Yates-Brüder, was von Sally Palmer übrig geblieben war...

Die Tote war Schriftstellerin, eine Außenseiterin in Devonshire. Verdächtiger Nummer eins ist der schweigsame Fremde im Dorf, ein Dr. David Hunter. Doch es stellt sich heraus, dass er früher Englands berühmtester Rechtsmediziner war, und die Polizei bittet ihn um Unterstützung. Gerade als seine Analysen zeigen, dass die Ermordete vor ihrem Tod tagelang gefoltert wurde, verschwindet eine weitere junge Frau. Eine fieberhafte Suche beginnt. Gleichzeitig bricht im Dorf eine Hexenjagd los. Der Pfarrer, ein knöcherner Fanatiker, hetzt die Leute auf, und David ist die Zielscheibe seiner Hasspredigten...

Erster Satz:


Ein menschlicher Körper beginnt fünf Minuten nach dem Tod zu verwesen.

Zitat:

Ich war seltsam gefühllos gewesen, als Mackenzie meine Vergangenheit aufgewühlt hatte. Er hätte von jemand anderem sprechen können. Und in gewisser Weise hatte er das auch getan. Es war ein anderer David Hunter gewesen, der sich in die obskure Chemie des Todes vertieft und das Resultat unzähliger durch Gewalt, Unfall und Natur herbeigeführter Verletzungen gesehen hatte. Ich hatte mit größter Selbstverständlichkeit unter die Haut auf das Skelett geschaut und rühmte meine Kenntnisse, von denen nur wenige andere Menschen wussten, dass sie überhaupt existierten. (S. 61)

"Glauben Sie nicht, dass man eine zweite Chance bekommt?"
"Es gibt keine zweiten Chancen, nur neue Chancen. Das Leben wäre ja ganz anders verlaufen und nicht mehr dasselbe, wenn man damals eine andere Entscheidung getroffen hätte." Ihr Gesicht hatte sich verfinstert. (S. 217)

Meine Meinung:

Am 02.11.2016 bin ich auf einer Lesung von Simon Beckett und wollte vorher unbedingt seine "David Hunter" Reihe anfangen. Gesagt, getan. Ich wusste von meiner Mom und einer Freundin, dass ihnen die Reihe sehr gefallen hat und da wir den gleichen Geschmack haben, war ich schon sehr gespannt, ob es diesmal wieder so sein würde.
Und nun kann ich sagen: Ja, mir gefiel das Buch sehr gut, auch wenn es meiner Meinung nach ein paar sehr kleine Schwächen hat.

Nachdem er seine Frau und Tochter verloren hat zieht der forensische Anthropologe Dr. David Hunter von London in das kleine Dorf Manham im englischen Norfolk. Nun arbeitet er dort schon drei Jahre als Landarzt und hat seinem alten Leben den Rücken gekehrt und niemand im Dorf kennt seine ganze Vergangenheit.
Doch dann wird eine verweste Frauenleiche gefunden und Hunter soll dem Ermittler Mackenzie bei dem Fall helfen. Während seiner Untersuchungen verschwindet die nächste junge Frau aus dem Dorf und es wird schnell klar, dass sie nur wenige Tage haben um sie zu finden, bevor sie getötet wird.
Die Zeit arbeitet gegen ihn und dann bricht eine Hexenjagd los.

Der Schreibstil von Simon Beckett gefällt mir sehr gut, auch wenn ich am Anfang etwas Probleme hatte in die Geschichte hinein zukommen. Doch nach einigen Seiten wurde es immer besser und besser und ich konnte kaum aufhören zu lesen.
Die bildlichen Beschreibungen haben mir auch sehr gefallen.
Die Dialoge waren sehr gelungen und manchmal regten sie auch zum nachdenken an, was mir sehr gut gefiel!
Das Ende selbst fand ich eigentlich sehr gut, aber ein paar Kleinigkeiten, die ich nun nicht weiter ausführen möchte, haben mich doch gestört. Auch war es teilweise etwas vorhersehbar, aber dennoch überraschend, was eine gute Mischung ergab.

Dr. David Hunter ist ein sehr interessanter Protagonist, der mir sehr gefallen hat. Seine schmerzhafte Vergangenheit wird immer wieder aufgegriffen, aber es wirkt nie zu viel oder zu gewollt. Seine Wandlung erlebt man hautnah mit und bekommt so einen tollen Einblick in ihn als Person und kann gut mit ihm mitfühlen.
Andere Charaktere, die ich interessant fand, waren Ben, Henry und Jenny. Alle haben interessante Züge an sich und über einige andere hätte ich gerne noch ein wenig mehr erfahren.

Fazit:

"Die Chemie des Todes" von Simon Beckett ist ein spannender Thriller, der viele wissenschaftliche Aspekte spannend und leicht verständlich verpackt. Der Schreibstil hat mir gut gefallen, genauso wie David Hunter als Protagonist sehr interessant ist und ich freue mich schon auf die nächsten Bände!

8,5 von 10 Bücher

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