Sonntag, 19. März 2017

Rezension: Wunder

• Autor: Raquel J. Palacio
• Fassung: Taschenbuch
• ISBN: 978-3-423-62589-0
• Seiten: 444
• Genre: Jugendbuch
• Verlag: dtv

Klappentext:

August ist zehn Jahre alt und lebt mit seinen Eltern und seiner Schwester Via in New York. August ist schlagfertig, witzig und sensibel. Eigentlich könnte also alles ganz normal sein in seinem Leben. Doch eines trennt August von seinen Altersgenossen: Sein Gesicht ist entstellt, und unzählige Operationen hat er schon über sich ergehen lassen müssen. Das ist auch der Grund, warum er noch nie auf einer öffentlichen Schule war und bisher zu Hause unterrichtet wurde. Das neue Jahr aber soll alles ändern. August wird in die fünfte Klasse der Bezirksschule gehen, und natürlich hat er Angst. Angst davor, angestarrt und ausgegrenzt zu werden. Doch August wäre nicht August, würde er nicht auch diese Herausforderung mit Bravour meistern!

Erster Satz:

Ich weiß, dass ich kein normales zehn jähriges Kind bin.

Zitat:

das universum ist wirklich nicht nett gewesen zu auggie pullman. was hat dieser kleine junge verbrochen, um solch eine strafe zu verdienen? was haben seine eltern verbrochen? oder olivia? sie hat einmal erwähnt, irgendein arzt habe ihren eltern gesagt, die chance, dass bei einem menschen genau diese kombination von syndromen, die für auggies gesicht verantwortlich sind, auftreten würde, liege bei eins zu vier millionen.
heißt das nicht, dass das universum eine einzige, riesige lotterie ist?
du kaufst dir ein los, wenn du zur welt kommst. und dann ist es reiner zufall, ob es ein gutes oder ein schlechtes los ist. es ist alles bloß glück. (S.292)

Meine Meinung:

Das Buch lag eine sehr lange Zeit auf meinem SuB. Ich habe es damals gekauft, als so viele davon schwärmten und da es einfach sehr interessant klang zog es bei mir ein.
Und jetzt, nachdem ich es endlich gelesen habe, frage ich mich wirklich warum es so lange darauf warten musste gelesen zu werden.

August Pullman, kurz Auggie, hat es nicht grade leicht in seinem Leben. Durch ein Gen-Defekt ist sein Gesicht deformiert und er wird überall in der Öffentlichkeit mit Blicken und verlegenem Gemurmel gestraft. Deshalb und weil er schon etliche Operationen auf sich nehmen musste wird er zu Hause unterrichtet. Doch dies soll sich nun ändern: er soll ab nächstem Schuljahr eine fünfte Klasse in einer Schule besuchen. 
Er hat große Angst davor, aber eine liebevolle Familie die ihn unterstützt und so stellt er sich der neuen Herausforderung. 

Der Schreibstil von Raquel J. Palacio gefällt mir wirklich gut. Sie kann sehr bildlich beschreiben und vor allem Gefühle bringt sie gut herüber. 
Das Buch wird hauptsächlich aus der Sicht von Auggie selbst erzählt, aber es gibt hin und wieder noch andere Sichtweisen, die durch die Ich-Perspektive dargestellt werden. So erfährt man auch vieles von anderen Personen, man lernt Via, Auggies Schwester besser kennen, aber auch ihre Freundin oder aber Kinder, die in Auggies neuer Klasse sind.
Das gibt der Geschichte eine tolle Vielfalt, die die Autorin clever zu nutzen weiß.
Das Buch konnte mich sehr berühren und an seine Seiten fesseln, auch wenn es keine atemberaubenden Twists oder ähnliches hat. Ich wollte einfach Auggie weiterhin durch seinen neuen Lebensabschnitt begleiten.

Auggie ist ein sehr aufgeweckter zehn jähriger Junge, der viel mehr mitbekommt als seine Eltern ihm zu trauen. Er weiß sehr genau wie er auf fremde Menschen wirkt und bekommt all die Blicke und das Getuschel mit, aber über alldem steht er drüber und geht auf eine beeindruckende Weise damit um. Dennoch kommt zwischenzeitlich dieser kleine Junge bei ihm durch, der seine Eltern und seine Schwester braucht, weil er verängstigt oder traurig ist und genau diese Mischung macht es so realistisch. 
Auggies Schwester Via ist ein paar Jahre älter als er und geht auf eine andere Schule. Sie beschützt ihn so gut sie nur kann und die beiden haben ein tolles Verhältnis zu einander. Während des Buches erfährt man auch wie es für sie ist, mit einem Bruder aufzuwachsen, der besonders viel Aufmerksamkeit von den Eltern braucht, und auch dies wird sehr realistisch beschrieben.
Die Eltern der beiden habe ich ebenfalls schnell ins Herz geschlossen, weil man in jeder Szene merkt wie sehr sie ihre Kinder lieben und das sie alles für sie machen würden.
Auch alle anderen Nebencharaktere sind toll beschrieben und passen in die Geschichte hinein.


Fazit und Bewertung:

"Wunder" von Raquel J. Palacio ist eine wundervolle Geschichte geworden, in der man Auggie Pullman dabei begleitet, wie er trotz seines deformierten Gesichts einen neuen und wichtigen Abschnitt seines Lebens beschreitet und ich habe ihn wirklich sehr gerne dabei begleitet.
Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen und die Geschichte sehr realistisch dargestellt. 
Sowohl Auggie als auch viele der Nebencharaktere habe ich sehr schnell ins Herz geschlossen.
Dieses Buch sollte man unbedingt lesen!

9 von 10 Bücher!

Kommentare:

  1. Hallo Michelle,

    Auggies Geschichte hat mich damals auch sehr begeistert und berührt. Ein schönes, lesenswertes Buch. Es freut mich, dass du es auch gern gelesen hast.

    Liebe Grüße,
    Nicole

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    1. Huhu Nicole,

      da kann ich dir nur recht geben! Es ist ein wirklich schönes Buch. :)

      Liebste Grüße!

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